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Furniere | Geschichte

Furniere | Geschichte

Was ist Furnier?

Bei Furnier handelt es sich um dünne Blätter aus Holz (0,3 bis 6 mm), die durch Sägen, Messerschnitt oder Schälen vom Stamm abgetrennt werden. Anschließend werden sie auf ein Trägermaterial aufgeleimt. Träger-materialien können sein Spanplatten, MDF-Platten (= mitteldichte Faserplatten), Multiplexplatten oder Sperrholz.
 
Furnier gehört zum Edelsten, das man aus Holz herstellen kann. Früher konnten sich nur Könige, Adlige und reiche Bürger furnierte Möbel leisten. Heute ist echtes Holz für jeden erschwinglich.

Der Ursprung

Das Wort Furnier wurde im 16. Jahrhundert dem französischen „fournier” entlehnt. Es bezeichnete den Vorgang, weniger wertvolles Holz mit einem edlen Blattholz zu belegen. Wortwörtlich bedeutet fournier „liefern, mit etwas versehen”.
 
Die handwerkliche Fähigkeit der Furnierherstellung und des Furnierens ist seit mehr als 3000 Jahren bekannt. So erlauben archäologische Funde von furnierten Möbeln aus Ägypten und dem Römischen Reich die Geschichte des Furniers bis in das 15. Jahrhundert v. Chr. zurückzuverfolgen.
 
Der Erfindung des Furniers liegt die Beobachtung zugrunde, dass massives Holz zum Verziehen und zur Rissbildung neigt. Aber auch die Notwendigkeit, mit wertvollen Hölzern sparsam umzugehen, war der Grund für die Erfindung von Furnier.

Mittelalter

Mittels erhaltener Objekte und Abbildungen auf Grabmälern und Keramiken kann man den Weg des Furniers von Ägypten über Griechenland und das Römische Reich bis in das Mittelalter verfolgen. Eine Blütezeit erlebte das Furnier in der Renaissance (ab 1350 in Italien), im Barock und im Rokoko. Die Herstellung selbst kleiner Mengen Furnier war in jenen Zeiten so arbeits- und zeitaufwändig, dass diese Technik ausschließlich für dekorative Zwecke eingesetzt wurde und die hergestellten Objekte nur wohlhabenden Bevölkerungsschichten vorbehalten waren.

Industriealisierung

Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es, die Arbeitsmethoden der Furnierherstellung zu mechanisieren. Der Übergang von der handwerklichen zur industriellen Herstellung ermöglichte die Verarbeitung von Furnieren in großen Mengen. Die erste Furnierfabrik in Deutschland wurde 1843 in Freiburg gegründet. Mit der Inbetriebnahme der ersten Messermaschinen in Hamburg (1870) entstand die heutige Furnierindustrie.
 
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges bis Mitte der 60er Jahre war Furnier das dominierende Oberflächenmaterial. Grund war der zunehmende Einsatz von Holzwerkstoffen (insbesondere Spanplatte) in der Möbel-, Türen-, Paneelindustrie und im Innenausbau.

Heutige Bedeutung

Seit den 70er Jahren erhielten konkurrierende Oberflächen wie Melaminfilm und Dekorfolien ein immer größeres Gewicht. Furnier verlor seine vorherrschende Bedeutung nicht zuletzt deshalb, weil Holzreproduktionen immer perfekter wurden.