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Furnierte Platten | Formaldehyd

Formaldehyd

Tischlerplatten, Sperrhölzer und furnierte Spanplatten, F0 furnierte Tischlerplatten, F0 Sperrhölzer (Buche, Pappel, Fichte oder messerfurniert in allen gängigen Holzarten) sowie auch E0 furnierte Spanplatten können in den jeweiligen Standardformaten oder in Plattenfixmassen geliefert werden.
 
Die furnierten Platten ist nicht nur das Trägerplattenmaterial formaldehydfrei verleimt, sondern auch die Überfurnierung und Furnierfugenverleimung.
 
Ebenfalls entscheidend für eine optimale Öko-Bilanz bei Tischlerplatten ist neben der Formaldehydfreiheit auch die Vermeidung von Tropenhölzern in Mittellagen oder Deckschichten.
 
Die Tischlerplatten werden in den Mittellagen aus Fichte/Tanne, die Absperrfurniere aus Pappel/Buche oder Birke und die Decklagen aus den jweils gewünschten Furnieren produziert.
 
Emissionsklassen
F 0
Der Holzwerkstoff enthält kein Formaldehyd. (Das stattdessen verwendete Bindemittel enthält gebundene Isocyanate; diese werden in der gebundenen Form als ungefährlich angesehen; sie sind jedoch in Produktion und Verarbeitung problematisch)
E1
Das Material lässt unter festgelegten Bedingungen (s.u.) nicht mehr als 0,1 ppm Formaldehyd in der Raumluft entstehen.
E2
Das Material lässt unter festgelegten Bedingungen nicht mehr als 1,0 ppm Formaldehyd in der Raumluft.
E3
Das Material lässt unter festgelegten Bedingungen nicht mehr als 1,4 ppm Formaldehyd in der Raumluft entstehen
 
ppm = "parts per million" = Millionstel Massen- oder Volumenanteile
 
Bedingungen: Das zu untersuchende Material wird über 15 Tage bei einer bestimmten Raumbeladung (1 m2 Platte je 1 m3 Prüfkammergröße) bei konstanter Temperatur, Luftwechselrate und Luftfeuchtigkeit aufbewahrt. Nach dieser Zeit darf die gemessene Formaldehydkonzentration in der Prüfkammer 0,1 ppm nicht überschreiten.
 
Was bedeutet Formaldehyd?
Formaldehyd ist eine gasförmige, organische Verbindung, die in der Natur u. a. bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material entstehen kann. Es gibt auch einige Pflanzen und Tiere, die diese Verbindung oder das Oxidationsprodukt Ameisensäure enthalten.
 
Formaldehyd wird technisch in sehr großer Menge hergestellt und verwendet, u.a. zur Desinfektion und Konservierung (Formalin-Lösung, Kosmetika), zur Herstellung von Spanplatten, Klebern, Aminoplast-Ortsschäumen, Lacken, Farben, Holzschutzmitteln usw.. Bei den Werkstoffen werden die Binde- und Klebemittel unter Beteiligung von Formaldehyd hergestellt. Als kritisch sind vor allem Spanplatten und verleimte Holzwerkstoffe wie beispielsweise Schicht-Parkett oder Sperrholz. Besonders auffällig sind harnstoffharzverleimte Spanplatten. Diese Materialien geben fortlaufend, vor allem bei Zutritt von Feuchtigkeit (Luftfeuchtigkeit) Formaldehyd ab. Dies geht im Extremfall so lange, bis kein aus Formaldehyd hergestelltes Material mehr vorhanden ist: Die Spanplatte zerfällt.
 
Der Hauptbestandteil der Formaldehyd-Emissionen in der Außenluft dürfte durch Verbrennung zustande kommen (Autoabgase, Holzfeuer, Abfallverbrennung u. a.). In der Innenluft dürften die im vorigen Absatz genannten Materialien die Hauptverursacher sein. Dazu kommen auch hier Emissionen durch Verbrennungsvorgänge (Kochen mit Holz und Gas, Rauchen).
 
Die Aufnahme von Formaldehyd erfolgt überwiegend über die Atmung. Es wird im Atemtrakt vollständig aufgenommen. Die Ausscheidung erfolgt teilweise nach Umwandlung zu Ameisensäure über den Urin, teilweise als Kohlendioxid über die Lunge.
 
Wie gefährlich ist Formaldehyd?
Formaldehyd gilt als wahrscheinlich krebserzeugend und ist schleimhautreizend. Daneben wird vermutet, dass es die schwer einzugrenzende Krankheit MCS auslösen kann. Der Versacht  der krebserzeugenden Wirkung geht auf einen Tierversuch zurück, bei dem Ratten jahrelang extremen Formaldehydkonzentrationen ausgesetzt wurden. Solche Konzentrationen sind selbst in einem langen Arbeitsleben, bei dem täglicher Kontakt mit Formaldehyd besteht, nicht erreichbar; daher wird die krebserzeugende Wirkung auch immer wieder angezweifelt. Bei den in Wohnbereichen üblichen Konzentrationen ist die Entstehung von Krebs zumindest sehr unwahrscheinlich. Problematischer ist ohnehin die deutlich schleimhautreizende Wirkung.